Veröffentlicht am 26.1.2026

  Aktualisiert am 11.8.2026

Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra Test: Aller guten Dinge sind drei

Browning Spec Ops Elite HP5 ULTRA

Unsere Bewertung

Langzeittest

95%

Die Browning HP5 ULTRA ist die Nachfolgerin der legendären HP5. Nach dem dritten Firmware-Update ist sie zurück an der absoluten Spitze, und ihr echtes 1440p-Video gehört zum Besten, was wir bei Wildkameras getestet haben. Wir betreiben sie aktuell langfristig an mehreren Standorten und planen, nach und nach komplett auf sie umzusteigen.

290 €

Richtwert

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Beispielaufnahmen aus der Wildkamera

Hauptvorteile

  • zuverlässiger Bewegungssensor
  • unsichtbare Nachtbeleuchtung
  • schnelle Auslösung
  • Smart-IR-Video-Funktion
  • Unterstützung für 512-GB-Speicherkarten
  • solide Verarbeitung
  • Schutzgehäuse erhältlich
  • Spitzen-Videoqualität nach dem Firmware-Update

Hauptnachteile

  • für die beste Videoqualität die neueste Firmware installieren
  • Nachtvideo ist auf 20 s begrenzt
  • höherer Preis
Fotoqualität 88%
Videoqualität 99%
Bewegungssensor (PIR) 95%
Nachtbeleuchtung 98%
Unauffälligkeit 95%
Bedienung 96%
Preis-Leistung 70%
Unsere Bewertung 95%

Testübersicht

Dieser Test der Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra beruht auf unseren praktischen Erfahrungen im Gelände. Seit Januar 2026 betreiben wir mehrere Geräte an Standorten in den slowakischen Karpaten, an denen wir langfristig auch andere Wildkameras im Einsatz haben, und die gesamte Entwicklung dieses Modells miterlebt: einen misslungenen Start, zwei Firmware-Korrekturen und eine dritte Version, die die Kamera dorthin zurückgebracht hat, wo die Spec-Ops-Reihe hingehört.

In diesem Test berichten wir über unsere Erfahrungen mit der Video- und Fotoqualität und der Akkulaufzeit im realen Betrieb, nennen gemessene Aufnahmeparameter und vergleichen die Kamera mit der vorherigen HP5 und der Reconyx HF4K.

Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra

Das Fazit in Kürze

Wenn Ihnen die kurze Antwort genügt: Die HP5 Ultra ist derzeit die beste Video-Wildkamera, die Sie für vernünftiges Geld kaufen können. Echtes 1440p bei 60 Bildern pro Sekunde, natürliche Farben, eine hohe Bitrate und Nachtvideo ohne Qualitätsverlust. Wir haben sie aktuell an mehreren Standorten langfristig im Einsatz und planen, nach und nach komplett auf sie umzusteigen.

Mehr Bilddetail bietet nur noch die Reconyx HF4K. Sie kostet allerdings fast das Doppelte, und ihr PIR-Sensor ist recht eigen: Im oberen Bildbereich löst er praktisch nicht aus, sodass Sie bei der Platzierung deutlich mehr ausprobieren müssen. Insgesamt ist sie wesentlich schwieriger zu handhaben als die HP5 Ultra.

Eine wesentliche Bedingung: Die Wildkamera muss auf der neuesten Firmware laufen. Geräte in den Lagern der Händler können noch eine ältere Version haben. Die Aktualisierung dauert wenige Minuten direkt im Gelände, die Anleitung finden Sie weiter unten.

Wie wir getestet haben

Vom Nachfolger der HP5 haben wir viel erwartet, deshalb haben wir ihn von Anfang an einem Härtetest unterzogen: Wir haben ihn in echter Wildnis eingesetzt, an Standorten, an denen wir langfristig auch andere Wildkameras betreiben. Dadurch können wir Aufnahmen vom selben Ort, zur selben Zeit und bei gleichem Licht vergleichen, vor allem mit der Reconyx HF4K und mit älteren Brownings.

Test der Wildkamera Browning HP5 Ultra im Gelände

Wir testen die Kamera seit Januar 2026 durchgehend. Wir haben mit zwei Geräten begonnen, um einen Fabrikationsfehler eines einzelnen Geräts auszuschließen; später kamen weitere hinzu. Wir haben mit ihnen alle drei Firmware-Versionen erlebt, die Browning für dieses Modell veröffentlicht hat, und können deshalb genau sagen, was welche verändert hat.

Kontrolle der Wildkamera Browning HP5 Ultra im Gelände

Die Firmware-Saga: vom Malbuch zurück an die Spitze

Die Geschichte der HP5 Ultra lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen, denn die Wildkamera, die Sie heute kaufen, liefert ein völlig anderes Bild als die Geräte zum Marktstart im Januar, von denen wir selbst sehr enttäuscht waren. Sie hat drei Firmware-Versionen durchlaufen, und wir hatten alle drei im Gelände im Einsatz.

Die erste Version (Januar 2026) war eine Enttäuschung. Im Bild dominierten aggressive Rauschunterdrückung und starkes Nachschärfen; das Fell der Tiere verschmolz zu einfarbigen Flächen, und am schlimmsten sahen Aufnahmen in der Dämmerung aus, also genau dann, wenn das Wild am aktivsten ist. Wir haben zwei verschiedene Geräte getestet und beide verhielten sich gleich; es lag also nicht an einem fehlerhaften Gerät. Unsere ursprünglichen ersten Eindrücke lassen wir im Archiv am Ende des Artikels, samt Bildproben.

Die zweite Version (März 2026) war ein deutlicher Schritt nach vorn. In der März-Aktualisierung dieses Artikels haben wir sie damals als die Korrektur beschrieben, die das Modell zurück ins Spiel bringt. Mit zeitlichem Abstand fällt unser Urteil präziser aus: Das Problem der Pixelbildung hat sie tatsächlich behoben, doch helle Hintergründe blieben ausgewaschen und die Bildqualität entsprach noch nicht unseren Erwartungen.

Die dritte Version Q03311F (28. April 2026) schloss die Korrekturen ab. Sie korrigierte die ausgewaschenen hellen Bildteile und den Farbabgleich und ergänzte im Menü einen Full-HD-Modus mit 60 fps. Erst mit ihr gilt: Die HP5 Ultra ist hinsichtlich der Bildqualität eine Spitzen-Wildkamera. Alle Bewertungen in diesem Test beziehen sich auf diese Version.

Ursprüngliche Firmware: Das Fell des Wildes verschmolz zu einer einfarbigen Fläche ohne Details; Standbild aus einem Video der Browning HP5 Ultra
Firmware Q03311F: natürliches Bild mit detaillierter Fellzeichnung - Aufnahme einer Hirschkuh mit der Browning HP5 Ultra

Wir rechnen es Browning hoch an, dass das Feedback Gehör fand und die Korrekturen schnell kamen. Daraus folgt zugleich eine praktische Regel: Prüfen und aktualisieren Sie die Firmware gleich am Kauftag. Die Version finden Sie im SETUP-Menü der Wildkamera; aktuell ist Q03311F.

Anleitung: So installieren Sie die Firmware-Aktualisierung

Die Aktualisierung wird direkt im Gelände über die Speicherkarte installiert. Die Wildkamera muss nirgendwohin eingeschickt werden.

  1. Laden Sie die neue Firmware von der offiziellen Browning-Seite herunter (eine Datei mit der Endung .bin).
  2. Formatieren Sie die Speicherkarte in der Wildkamera (MENU → Format). Sichern Sie vorher Ihre Daten.
  3. Kopieren Sie die Firmware-Datei in das Stammverzeichnis der Speicherkarte (direkt auf die Karte, nicht in einen Unterordner).
  4. Legen Sie die Karte in die Wildkamera ein und schalten Sie sie im SETUP-Modus ein.
  5. Drücken Sie die Taste Mode und die Pfeiltaste nach oben → Software Upgrade.
  6. Ändern Sie die Auswahl von No auf Yes und bestätigen Sie. Schalten Sie die Wildkamera während der Aktualisierung nicht aus.
  7. Nach Abschluss startet die Wildkamera von selbst neu. Prüfen Sie die Firmware-Version in den Einstellungen.
  8. Formatieren Sie die Karte noch einmal, dann ist die Wildkamera einsatzbereit.

Der ganze Vorgang dauert nur wenige Minuten.

Technische Daten: Spezifikation

Was gegenüber der HP5 wirklich neu ist

Von außen sieht die HP5 Ultra genauso aus wie die vorherige HP5. Innen steckt jedoch neue Elektronik: ein anderer Bildsensor und ein anderer Prozessor.

HP5 (2022)HP5 Ultra (2026)
BildsensorSony IMX327, 2,1 MpxSony IMX675, 5,1 Mpx
Video1080p / 60 fpsechtes 1440p / 60 fps
Gegenlichthelle Bildteile „strahlten“ ins Bild hineindeutlich besser beherrscht
Video-Bitrate12 Mb/s (unsere Messung)46 Mb/s (unsere Messung)
Videogrößeca. 92 MB / minca. 330 MB / min
Tonunkomprimiertes PCM, 706 kb/skomprimiertes AAC, 64 kb/s
Nachtvideomax. 20 smax. 20 s (unverändert)
Firmwareohne Schutz vor Modifikationen (es entstand sogar eine Community-Firmware)kryptografisch signiert, Modifikationen nicht möglich

Die US-Seite Winterberry Wildlife identifizierte als Erste die beiden Sensoren; wir haben das durch eine eigene Analyse der Aufnahmen sowie eigene Messungen überprüft. Der Unterschied zwischen den Generationen lässt sich damit klar erklären: Die ältere HP5 hatte einen Sensor mit einer nativen Auflösung von exakt 1920 × 1080; ihr Full-HD-Video war daher das Maximum, das sie nativ liefern konnte. Die Ultra hat 2,4-mal mehr echte Bildpunkte, und deshalb ist echtes 1440p überhaupt möglich. Die neue Elektronik benötigt bei der Aufnahme etwas mehr Energie (4,75 W gegenüber 4 W beim Nachtvideo), im Schlafmodus ist der Verbrauch jedoch praktisch gleich; auf die Akkulaufzeit hat das daher keinen wesentlichen Einfluss. Im Bild ist der Unterschied auf den ersten Blick sichtbar, vor allem bei höherer Auflösung und im Gegenlicht.

Browning gibt für Fotos eine Auflösung von bis zu 46 Mpx an, der verbaute Sensor Sony IMX675 hat jedoch eine Auflösung von 5,1 Mpx (2608 × 1960 Bildpunkte). Die höheren Werte im Menü (8 / 12 / 46 Mpx) entstehen durch Interpolation (ein softwareseitiges Aufblähen des Bildes, das keinerlei neue Details hinzufügt). Der echte Fortschritt dieses Modells liegt an anderer Stelle: beim Video.

Videoqualität: der Hauptgrund, die HP5 Ultra zu kaufen

Kurz vorweg: Das Video der HP5 Ultra ist detailreich, farblich natürlich und bei Tag wie bei Nacht gleich gut. Nach der dritten Firmware bewerten wir es als das beste, das wir in dieser Preisklasse kennen. Der folgende Zusammenschnitt zeigt echte Aufnahmen von unseren Standorten bei Tag und Nacht:

1440p-Auflösung direkt vom Sensor

Die HP5 Ultra nimmt Video mit 2560 × 1440 Pixeln direkt vom Sensor auf. Das ist keine Interpolation wie bei den Fotos; ein Ausschnitt von 2560 × 1440 liegt vollständig innerhalb der tatsächlichen Sensorauflösung (2608 × 1960 Bildpunkte). In der Praxis heißt das: Sie können gegenüber Full HD stärker in das Bild hineinzoomen und erkennen trotzdem noch die nötigen Details: die Fellzeichnung, Zweige im Hintergrund oder die Struktur des Geländes.

In der Welt der Wildkameras ist das keine Selbstverständlichkeit. Die meisten Hersteller blähen die Videoauflösung genauso auf wie die Megapixel der Fotos; die HP5 Ultra gehört zu den Ausnahmen, die die angegebene Auflösung tatsächlich nativ liefern.

Wie groß diese Reserve ist, zeigt ein konkretes Beispiel besonders deutlich. Zunächst sehen Sie das vollständige Bild aus einem Sommervideo:

Vollständiges Bild aus einem Sommervideo der Browning HP5 Ultra: Ein Hirsch mit Bastgeweih zieht an einem von Bären genutzten Scheuerbaum vorbei.

Es folgt ein Ausschnitt aus demselben Bild in 1:1-Ansicht. Die Aufnahme ist so scharf, dass Sie auf dem Fell des Hirsches einzelne Fliegen zählen können. Eine solche Detailreserve ist immer hilfreich, wenn Sie einen Bildausschnitt vergrößern müssen: Wir unterscheiden zum Beispiel einzelne Luchse anhand ihres Fleckenmusters. Davon profitieren auch anspruchsvolle Betrachter, die Wert auf detailreiche Aufnahmen legen.

Detailausschnitt eines Videobilds der Browning HP5 Ultra in 1:1-Ansicht: Auf dem Fell des Hirsches lassen sich einzelne Fliegen zählen.

Gemessene Videoparameter

Die Aufnahmeparameter haben wir direkt aus den Dateien auf unseren Karten ausgelesen:

ParameterTagvideoNachtvideo
Auflösung2560 × 14402560 × 1440
Bildrate60 fps, konstant60 fps, konstant
Bitrate46 Mb/s46 Mb/s
CodecH.264H.264
TonMono, 64 kb/sMono, 64 kb/s
Max. Cliplänge2 min20 s

Die Bitrate bestimmt, wie viele Daten die Kamera pro Aufnahmesekunde speichert und wie stark sie das Bild dafür komprimieren muss. Videokompression funktioniert so, dass zwischen den Bildern hauptsächlich Änderungen übertragen werden. Solange die Szene ruhig ist, genügen wenige Daten, und auch das Video einer billigen Wildkamera sieht ordentlich aus. Schwierig wird es genau in den Situationen, für die Sie die Wildkamera im Wald einsetzen: Laufendes Wild, Wind in den Kronen, Regen oder Schneefall verändern fast das ganze Bild auf einmal, und eine Kamera mit niedriger Bitrate kann diese Datenmenge nicht mehr bewältigen. Das Bild zerfällt dann in Klötzchen, vom Fell bleibt ein Fleck und vom Gras eine einheitliche Fläche.

Die HP5 Ultra schreibt 46 Mb/s; bei der älteren HP5 haben wir rund 12 Mb/s gemessen. Der Ultra steht pro Videosekunde also fast die vierfache Datenmenge zur Verfügung, und genau deshalb hält ihr Bild auch bei Bewegung und in unruhigen Szenen zusammen. Ein Blick auf die Nachtspalte zeigt: Das Nachtvideo hat exakt dieselben Parameter wie das Tagvideo. Gleiche Auflösung, gleiche Bildrate, gleiche Bitrate. Das ist bei Wildkameras nicht üblich; die meisten Modelle senken die Qualität nachts stillschweigend.

Die praktische Konsequenz: Eine Minute Aufnahme in höchster Qualität belegt ungefähr 330 MB. Auf diesen Speicherbedarf kommen wir bei den Speicherkarten zurück.

Natürliches Bild ohne aggressive Bearbeitung

Die Farben wirken natürlich, ohne Übersättigung. Der Dynamikumfang (die Fähigkeit, dunkle und helle Bildteile gleichzeitig einzufangen) ist für eine Wildkamera sehr gut: In den Schatten wie in den hellen Partien bleibt Zeichnung erkennbar. Mit einer Kinokamera lässt sich das nicht vergleichen, aber in der Kategorie Wildkamera ist das überdurchschnittlich.

Die Bildverarbeitung ist nach der dritten Firmware zurückhaltend abgestimmt. Das Nachschärfen ist mild, und die Rauschunterdrückung greift vor allem in den statischen Bildteilen: Der Hintergrund bleibt sauber, während auf einem sich bewegenden Tier feines Rauschen sichtbar bleibt. Das ist kein Fehler, sondern die richtige Entscheidung (Rauschunterdrückung durch Mittelung der Bilder funktioniert nur auf statischen Flächen; würde der Hersteller sie auch auf das sich bewegende Tier anwenden, würde er dessen Details verwischen). Die Nachschärfung greift zugleich eher bei feinen Strukturen wie Fell als bei größeren Flächen wie Baumrinde; das Bild kann daher stellenweise leicht uneinheitlich wirken. Auch damit lässt sich in der Nachbearbeitung arbeiten, und die Aufnahmen direkt aus der Kamera sehen gut aus: Wer sie weiterverarbeitet, hat eine solide Grundlage, und wer nicht, hat direkt von der Karte brauchbares Material.

Bärin in der Dämmerung: genau die Bedingungen, unter denen die ursprüngliche Firmware versagte; auf Q03311F hält das Bild Details und Farben

Erwähnenswert ist auch das Verhalten im Gegenlicht. Die ältere HP5 neigte dazu, Szenen mit einer starken Lichtquelle zu überbelichten: Helle Bildteile „strahlten“ in den Rest des Bildes hinein. Der neue Sensor kommt damit wesentlich besser zurecht: Gegenlichtaufnahmen gelingen, ohne dass die Wildkamera von der Szene überfordert wird.

Rehbock im Gegenlicht: Eine Szene, die die ältere HP5 überbelichtete, meistert die HP5 Ultra ohne Lichtartefakte

Nachtvideo ist auf 20 Sekunden begrenzt

Tagsüber nimmt die HP5 Ultra Clips mit bis zu 2 Minuten Länge auf, nachts endet jeder Clip nach 20 Sekunden. Das ist keine Neuerung dieses Modells, dasselbe Limit haben Brownings seit Jahren; es schont die Batterien und die Nachtbeleuchtung und lässt sich nicht einstellen. Es gilt auch mit der neuesten Firmware; eine Nachtdatei ist exakt 20 s lang.

Für das übliche Wildmonitoring reicht das. Wenn Sie jedoch lange nächtliche Verhaltenssequenzen wollen, ist das die größte Einschränkung dieser Wildkamera. Für die klassische HP5 existierte eine von der Community modifizierte Firmware, die das Limit umgehen konnte; die HP5 Ultra hat eine kryptografisch signierte Firmware, Modifikationen sind also nicht möglich.

Ton

Die Wildkamera zeichnet Mono-Ton im AAC-Format mit 64 kb/s auf. Die ältere HP5 speicherte den Ton unkomprimiert (PCM, 706 kb/s); auf dem Papier ist das also ein Rückschritt, in der Praxis ist die Aufnahme trotz Kompression jedoch qualitativ vergleichbar, vielleicht eine Spur schwächer und gegenüber den meisten Wildkameras immer noch sehr ordentlich. Wenn Sie höhere Tonqualität brauchen, bietet die Reconyx deutlich mehr: Sie nimmt in Stereo auf (AAC, 128 kb/s, 48 kHz), und ihr Ton wirkt eine Klasse lebendiger.

Nachtbeleuchtung

Die HP5 Ultra verwendet eine unsichtbare Nachtbeleuchtung mit einer Wellenlänge von 940 nm. Bei der Aufnahme leuchtet keine sichtbare Diode; die Beleuchtung warnt also weder das Wild noch einen möglichen Dieb. Das bestätigen auch unsere Aufnahmen: Während der gesamten Testzeit hat kein Tier direkt in die Wildkamera geschaut. Das Wild sieht die Beleuchtung also nicht, oder sie stört es nicht.

Die Nachtszenen sind auf unseren Aufnahmen gut ausgeleuchtet. Die Funktion Illuma-Smart passt die Intensität der Beleuchtung automatisch an die Entfernung des Tieres an und funktioniert in der Praxis: Nahes Wild ist nicht weiß ausgebrannt, weiter entferntes Wild versinkt nicht im Dunkel. Der Hersteller gibt eine Reichweite der Beleuchtung von bis zu 30 Metern an; eine eigene Reichweitenmessung haben wir noch nicht durchgeführt; ein kompletter Nachttest ist in Vorbereitung.

Nachtaufnahme eines Luchses mit der Browning HP5 Ultra: Illuma-Smart passte die Intensität der Beleuchtung an die Entfernung des Tieres an

Der Vollständigkeit halber: US-Tester berichten bei weitläufigen Szenen von einem stärker gebündelten Beleuchtungskegel (helle Mitte, dunklere Bildränder). Wir haben diesen Effekt an unseren Standorten bisher nicht beobachtet, wir richten unsere Wildkameras allerdings auf natürliche Wildwechsel, nicht auf offene Flächen.

Wenn Sie keinen Wert auf unsichtbare Beleuchtung legen, gibt es das Schwestermodell Recon Force Elite HP5 Ultra mit klassischer roter Beleuchtung: Sie hat mehr Reichweite und etwas schärfere Nachtaufnahmen. Wir bevorzugen unter mitteleuropäischen Bedingungen die Spec Ops: Viele Wildarten reagieren auf sichtbares Leuchten mit Flucht (Wölfe, Wildschweine, Bären; es hängt vom Standort und den Erfahrungen der Tiere ab), außerdem trägt die unsichtbare Beleuchtung zum Diebstahlschutz bei.

Zuverlässiger PIR-Bewegungssensor

Der Bewegungssensor ist genau das, was wir von Brownings gewohnt sind: schnell und zuverlässig. Über Monate des Betriebs mehrerer Geräte verhält er sich wie die Sensoren der Vorgängermodelle, auf die wir uns seit Langem verlassen. Genau diese Auslösezuverlässigkeit ist der Grund, warum Browning-Modelle unsere wichtigsten Wildkameras in Projekten sind, bei denen es auf die Ergebnisse ankommt.

Über die gesamte Testzeit machten Fehlauslösungen 21,3 % aller Videos aus. Das sind Aufnahmen ohne Wild und ohne Mensch; den Anteil haben wir mit unserer Software TENTAUR Sense gemessen. Für eine Wildkamera ist das ein ausgezeichneter Wert: Der Test umfasste auch die Frühjahrsmonate und heikle Szenen, in denen Fehlauslösungen am häufigsten sind, und andere Wildkameras kommen unter ähnlichen Bedingungen nach unserer Erfahrung oft weit über 50 %.

Die Auslösezeit haben wir mit 0,2 s beim Foto und 0,3 s beim Video in der schnellen Einstellung gemessen; in der langsameren Einstellung sind es etwa 0,7 s. Der Erfassungsbereich lässt sich in zwei Stufen einstellen: Normal (18 m) und Long Range (30 m). Ein gründlicher Test der realen PIR-Reichweite ist in Vorbereitung, die Ergebnisse ergänzen wir im Test.

Auslösekarte des PIR-Sensors der Browning HP5 Ultra aus Felddaten: drei rote Zonen, in denen der Sensor die Aufnahme am bereitwilligsten startet

Die Karte zeigt, in welchen Bildbereichen die HP5 Ultra die Aufnahme in der Praxis startet. Wir haben sie aus 1 092 Videos von 9 Standorten erstellt. In jedem dieser Videos war das Tier schon in den ersten Sekunden im Bild; mit größter Wahrscheinlichkeit hat also genau dieses Tier die Aufnahme ausgelöst. Seine Position am Videoanfang zeigt deshalb, wo der Sensor reagiert hat. Rot sind Stellen markiert, an denen mehr Aufnahmen begannen, als bei einer gleichmäßigen Verteilung zu erwarten wäre (×2 = doppelt so viele). Blau sind Stellen markiert, an denen weniger Aufnahmen begannen. Die Daten haben wir mit unserer Software TENTAUR Sense gesammelt und ausgewertet. Mehr dazu schreiben wir bald.

In der Praxis gilt daher eine einfache Regel: Die HP5 Ultra startet die Aufnahme am häufigsten in zwei seitlichen Zonen und in der Bildmitte. Auf die Bereiche am oberen und unteren Rand sollten Sie sich nicht verlassen. Wenn Sie die Wildkamera so platzieren, dass der erwartete Wildwechsel durch eine der Zonen führt, erhöhen Sie die Chance deutlich, das Tier rechtzeitig zu erfassen.

So sieht das im Gelände aus. Eine Hirschkuh betritt das Bild von der Seite, direkt durch die linke Zone. Auf dem ersten Videobild sind nur Kopf und Hals zu sehen, der Rest ihres Körpers befindet sich noch außerhalb des Bildes, und die Wildkamera nimmt bereits auf.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra: Eine Hirschkuh betritt das Bild von links, bislang sind nur Kopf und Hals zu sehen

Dasselbe Bild mit eingezeichneten Auslösezonen: Die Hirschkuh betritt das Bild exakt durch die linke Zone, in der der Sensor am zuverlässigsten reagiert.

Dasselbe Bild mit überlagerten Auslösezonen des PIR-Sensors: Die Hirschkuh betrat das Bild durch die linke Zone

Ein zweites Beispiel: Eine Bärin mit zwei Jungtieren läuft den Hang hinunter. Aus der Position der Jungtiere, die ihr auf demselben Weg folgen, können wir abschätzen, woher das Trio kam. Sie muss schon mehrere Sekunden im oberen Bildbereich gewesen sein, bevor die Aufnahme startete. Die Wildkamera reagierte erst, als die Bärin die linke Zone erreichte.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra: Eine Bärin im Lauf im linken Bildbereich, am Hang hinter ihr zwei Jungtiere

Der blaue Pfeil zeigt den geschätzten Weg der Bärin; rot sind die Auslösezonen markiert. Im oberen Bildbereich startete der Sensor die Aufnahme nicht, er reagierte erst in der linken Zone.

Bild mit überlagerten Auslösezonen des PIR-Sensors und eingezeichnetem Weg der Bärin: Die Aufnahme startete erst in der linken Zone

Das dritte Beispiel zeigt den Einfluss des Geländes. Diesmal sind zwei Hirsche am selben Standort zu sehen. Der erste kam von rechts. Dort verläuft das Gelände so, dass das Wild direkt durch die rechte Zone zieht. Der Sensor reagierte deshalb sofort. Auf dem ersten Videobild beginnt der Hirsch gerade erst, ins Bild zu treten.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra bei Nacht: Ein Hirsch kommt von rechts ins Bild. Bislang sind nur Kopf, Geweih und Hals zu sehen, doch die Aufnahme läuft bereits.

Der zweite Hirsch kam von der Gegenseite. Links fällt das Gelände ab. Dadurch lief der Hirsch unter der linken Zone hindurch, und der Sensor reagierte erst, als das Tier bereits die Bildmitte erreicht hatte. Das ist für den Aufnahmestart spät. Die Auslösekarte zeigt jedoch den Grund: Die Kamera hat nicht versagt. Der Hirsch lief schlicht unter der Auslösezone hindurch. Bei der Standortwahl sollten Sie deshalb auch berücksichtigen, ob sich das Wild aufgrund des Geländeverlaufs durch die Zonen oder darunter hindurchbewegt.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra: Ein Hirsch befindet sich beim Aufnahmestart bereits in der Bildmitte. Er kam von links, wo das Gelände abfällt, lief unter der linken Zone hindurch und wurde erst von der mittleren Zone erfasst.

Im letzten Beispiel geht es um Geschwindigkeit. Auf dem ersten Videobild sehen wir zwei Rehböcke im vollen Sprint. Mit größter Wahrscheinlichkeit hat der erste von ihnen die Aufnahme ausgelöst, als er durch die mittlere Zone lief. Bei diesem Tempo hat er jedoch selbst in 0,3 s ein gutes Stück Weg geschafft, sodass er das Bild bereits verlässt und nur als verwischter Streifen zu sehen ist. Das spricht nicht gegen die HP5 Ultra. Kaum eine andere Wildkamera würde Böcke bei dieser Geschwindigkeit überhaupt erfassen. Es zeigt vielmehr die physikalische Grenze jedes PIR-Sensors bei sprintendem Wild.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra: zwei Rehböcke im vollen Sprint, der erste verlässt bereits das Bild, der zweite läuft durch die Mitte

Galerie: Erste Bilder aus weiteren Videos

Außerdem zeigen wir erste Bilder aus weiteren Videos, die an verschiedenen Standorten aufgenommen wurden. Die eingeblendeten Rahmen stammen aus der automatischen Wilderkennung unserer Software TENTAUR Sense. In manchen Fällen ist das Tier auf dem ersten Bild direkt am Bildrand zu sehen, in anderen bereits weiter im Bild. Beurteilen Sie selbst, an welcher Stelle die jeweilige Aufnahme einsetzt.

Erstes Videobild der Browning HP5 Ultra: Ein Bär kommt von rechts ins Bild; die Kamera reagierte, als das Tier noch am Bildrand war.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Ein Bär befindet sich am linken Bildrand und ist gerade erst ins Bild gekommen.
Erstes Videobild: Eine Hirschkuh befindet sich im rechten Bildteil, genau im Bereich der rechten Zone.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Ein Luchs befindet sich in der Bildmitte bei einem Wurzelteller. Vermutlich kam er hinter dem Hindernis hervor, sodass ihn die Kamera nicht früher erfassen konnte.
Erstes Videobild: Ein hell gefärbter Bär überquert links der Bildmitte umgestürzte Stämme. Vermutlich bewegte er sich oberhalb der linken Zone und wurde erst von der mittleren Zone erfasst.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Eine Wildkatze befindet sich in der Bildmitte bei einem Wurzelteller.
Erstes Videobild: Ein Dachs befindet sich im linken Bildteil.
Erstes Videobild: Ein Eichhörnchen befindet sich am Hang im linken Bildteil. Der Sensor reagierte auch auf dieses kleine Tier.
Erstes Videobild: Ein Schwarzspecht ist auf einem umgestürzten Stamm im linken Bildteil zu sehen.
Erstes Videobild: Ein Wildschwein kommt von rechts ins Bild; bislang ist nur die vordere Körperhälfte zu sehen.
Erstes Bild eines Nachtvideos: In der Bildmitte ist weit hinten zwischen den Bäumen Rotwild zu sehen.
Erstes Videobild: Ein Fasanenhahn ist im linken Bildteil zu sehen.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Ein Rehbock ist am linken Bildrand zu sehen.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Ein Dachs befindet sich im linken Bildteil. Vermutlich lief er oberhalb der mittleren Zone entlang; die Kamera löste erst aus, als er die linke Zone erreichte.
Erstes Bild eines Nachtvideos: Am rechten Bildrand bei einem Baum befindet sich Rehwild. Nur das Augenleuchten ist zu sehen, doch der PIR-Sensor erfasste den Wärmekontrast dennoch und löste die Kamera aus.

Akkulaufzeit, Speicherkarte

Die Wildkamera läuft mit acht AA-Zellen und unterstützt Alkali- und Lithiumbatterien sowie Akkus. Wichtig: Stellen Sie den Batterietyp auch im Menü ein (Punkt Battery Type), die Wildkamera berechnet danach den Ladezustand.

Aktuell verwenden wir vor allem wiederaufladbare Lithium-Zellen XTAR AA, die sich bei uns langfristig durch ihr Verhältnis von Laufzeit, Preis und Ladekomfort bewährt haben. Auch mit dem Akku Browning Li-Ion Pack haben wir die HP5 Ultra erfolgreich betrieben (lädt über USB-C, in unserer Messung 25,8 Wh), und zwar monatelang am Stück. Detaillierte Messungen aller Batterietypen finden Sie in unserem großen Batterietest für Wildkameras.

Wildkamera Browning HP5 Ultra mit wiederaufladbaren Lithium-Batterien XTAR AA

Richten Sie Ihre Erwartungen an die Laufzeit nach dem Modus, in dem Sie die Wildkamera betreiben. Die von Herstellern in Jahren angegebene Laufzeit gilt für das Fotografieren; Nachtvideo ist energetisch eine völlig andere Disziplin (nach unserer Messung benötigt es 4,75 W, also ein Vieltausendfaches der Leistung im Schlafmodus). Nach unserer Rechnung hält ein hochwertiger Satz Lithium-Batterien bei 4 Nachtvideos pro Tag fast ein Jahr, bei 10 Auslösungen pro Tag ein knappes halbes Jahr, und an einem sehr belebten Standort bemisst sich die Laufzeit in Wochen.

Noch eine Warnung aus der Praxis: Lithium-Zellen halten die Spannung fast bis zum Ende und fallen dann steil ab. Das Batteriesymbol zeigt deshalb lange einen fast vollen Stand, und anschließend sind die Batterien „über Nacht“ leer. Sinkt die Anzeige unter 70 %, trauen Sie ihr nicht mehr und wechseln Sie die Batterien lieber nach Ihrem Kontrollplan.

Wie lange bestimmte Batterien bei Ihrer Auslösefrequenz halten, können Sie im Rechner aus unserem Batterietest durchspielen; den Verbrauch haben wir auf die an der HP5 Ultra gemessenen 4,75 W eingestellt:

Die Berechnung gilt für die Browning HP5 (8× AA), basierend auf dem gemessenen Verbrauch aus unserem Test.


Batterien und Preise (Preise editierbar)

Batterie Laufzeit/Satz Sätze / Zeitraum Batterien + Ladegerät Zusätzliche Fahrten Gesamt €/Wh
XTAR AA CLR 4300 ✓≈150 Tage≈562 €5 (100 €)≈162 €0,30
Browning A152-04 Pack≈132 Tage≈661 €6 (120 €)≈181 €0,28
Energizer Ultimate Lithium≈176 Tage≈590 €5 (100 €)≈190 €0,52
Eneloop Pro≈119 Tage≈758 €7 (140 €)≈198 €0,24
Eneloop (weiß)≈96 Tage≈852 €8 (160 €)≈212 €0,23
Varta Alkaline≈51 Tage≈1568 €15 (300 €)≈368 €0,45

Die Berechnung beruht auf unseren gemessenen Werten (bei Raumtemperatur). Die Spalte €/Wh ist der Preis der Zellen geteilt durch die über den ganzen Zeitraum tatsächlich gelieferte Energie, daher schneiden Akkus dank ihrer vielen Zyklen deutlich niedriger ab. Die reale Laufzeit hängt von Wetter, Aktivität und Einstellungen ab.

Speicherkarte: Die Wildkamera unterstützt SDXC-Karten bis 512 GB, und bei diesem Modell ist diese hohe Kapazität durchaus sinnvoll. Eine Minute Video in höchster Qualität belegt rund 330 MB, eine 64-GB-Karte fasst also ungefähr 3 Stunden reine Aufnahme, 128 GB etwa 6 Stunden und 512 GB über 25 Stunden. Wie verhält sich das zur Akkulaufzeit? Würde die Wildkamera nur Tagvideo aufnehmen, reicht ein Satz Lithiumzellen des Typs XTAR AA für grob 12 bis 14 Stunden reine Aufnahme, also rund 250 GB Daten; beim Nachtvideo sind es grob 6 Stunden und 120 GB. Eine 512-GB-Karte deckt damit einen ganzen Batteriesatz mit Reserve ab, während sich eine 128-GB-Karte an einem belebten Standort füllen kann, bevor die Batterien leer sind.

Die älteren Modelle HP4 und HP5 hatten ein dokumentiertes Problem mit sehr schnellen Karten (über 100 MB/s), das die Karte beschädigen konnte. Die HP5 Ultra hat einen neuen Prozessor mit nativer Unterstützung schneller Karten, und wir sind diesem Problem bei ihr nicht begegnet; Langzeiterfahrungen einer größeren Zahl von Nutzern fehlen allerdings noch. Wir bleiben deshalb bei der bewährten Routine: eine hochwertige Markenkarte zu verwenden, sie direkt in der Wildkamera zu formatieren und danach eine Probeaufnahme zu machen.

Solide Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse ist praktisch identisch mit der vorherigen HP5: ein kompaktes, geschlossenes Gehäuse mit geschütztem 2-Zoll-Farbdisplay und Bedientasten im Inneren. Die Bedienung ist einfach und schnell, auch mit Handschuhen; nach dem Öffnen der Wildkamera erreichen Sie jeden Menüpunkt in wenigen Sekunden. Das Display zeigt zugleich eine Live-Vorschau, Sie richten die Wildkamera also schon bei der Installation präzise aus.

Das Menü ist übersichtlich und unter anderem auf Deutsch verfügbar (außerdem auf Englisch, Polnisch und in weiteren Sprachen). Neben dem erwähnten Battery Type empfehlen wir, die Punkte Motion Detection (Normal / Long Range) und Video Quality zu prüfen, wobei die höchste Qualitätsstufe unter Video Quality die Bezeichnung Ultra trägt (2560 × 1440 bei 60 fps).

Von den weiteren Menüfunktionen schätzen wir Motion Test (die Wildkamera blinkt, wenn Sie vor dem Sensor vorbeigehen, sodass Sie die Erfassungszone direkt vor Ort überprüfen können), Capture Timer (Beschränkung der Aufnahme auf gewählte Stunden, zum Beispiel nur nachts) und Serienaufnahmen mit bis zu 8 Fotos pro Auslösung. Der Zeitraffer mit der Funktion Timelapse Plus erfasst neben den Intervallbildern auch normale Aufnahmen bei Wildbewegung.

Auf der Rückseite besitzt die Wildkamera eine Metallhalterung für den Gurt und eine Öse für ein Kabelschloss; auf der Unterseite befindet sich ein Standard-Stativgewinde. In den USA meldete ein kleiner Teil der Nutzer ein Problem mit der Verriegelung des Batteriefachs; unsere Geräte sind nach Monaten der Nutzung mechanisch einwandfrei.

Tarnung in der Umgebung

Mit Abmessungen von 13 × 9,7 × 5,6 cm gehört die HP5 Ultra zu den mittelgroßen Wildkameras, und die dunkle Farbgebung passt sich optisch gut an die Baumrinde an. In Kombination mit der völlig unsichtbaren Beleuchtung ist sie nachts praktisch nicht zu entdecken; tagsüber entscheidet vor allem die Wahl des Standorts. Bewährt hat sich bei uns die Montage außerhalb der Augenhöhe (höher am Baum, leicht nach unten geneigt), wo die Wildkamera weder dem Wild noch zufälligen Passanten auffällt.

Wildkamera Browning HP5 Ultra verschmilzt mit der Baumrinde

Diebstahlschutz

Zum Diebstahlschutz besitzt die Wildkamera eine Öse für ein Kabelschloss und kann auch in einem Schutzgehäuse aus Metall montiert werden; da das Gehäuse mit der HP5 identisch ist, passt dasselbe Schutzgehäuse wie beim Vorgängermodell. Das Gehäuse schützt nicht nur vor Dieben, sondern auch vor einem neugierigen Bären.

Wildkamera Browning HP5 Ultra im Schutzgehäuse aus Metall

Zuverlässigkeit, Verarbeitungsqualität und Garantie

Unsere Geräte laufen seit Januar ohne einen einzigen Ausfall: kein Einfrieren, keine beschädigten Dateien, kein mechanischer Defekt. Nach den Erfahrungen mit der ersten Firmware war das keine Selbstverständlichkeit.

Browning hat zugleich eine riesige Nutzerbasis in den USA, mögliche modellspezifische Fehler werden daher schnell dokumentiert. Bei der HP5-Reihe werden in US-Diskussionen eine seltene Störung der internen Uhr (das Datum springt auf den 1. 1. 2020 zurück) und das erwähnte Problem mit der Batteriefach-Verriegelung genannt; um beides kümmert sich der Garantieservice. Wichtig ist auch der Ruf des Services: US-Nutzer berichten übereinstimmend von schnellen und entgegenkommenden Reparaturen, was bei einem Gerät, das jahrelang am Baum hängt, wichtig ist.

Aus unserer Sicht ist das ein ausgereiftes Modell, dessen seltene Fehler bekannt, dokumentiert und gelöst sind.

Vergleich: HP5 Ultra vs. HP5 vs. Reconyx HF4K

HP5 UltraHP5 (älter)Reconyx HF4K
Videoechtes 1440p / 60 fps1080p / 60 fps4K
Bilddetailausgezeichnetgutdie Referenz
Auslösung (unsere Messung)0,2 s Foto / 0,3 s Video0,2 s Foto / 0,3 s Video0,2 s
Beleuchtungunsichtbar, 940 nmunsichtbar, 940 nmunsichtbar, 940 nm
Verfügbarkeitim VerkaufProduktion eingestelltim Verkauf
Preisca. 290 €eingestelltfast das Doppelte

Gegenüber der älteren HP5 ist die Ultra ein klarer Schritt nach vorn: echte Auflösung, besseres Gegenlichtverhalten, höhere Bitrate. Wenn Sie eine HP5 besitzen und ihr Video Ihnen genügt, müssen Sie sich aber nicht beeilen; ihre Produktion ist beendet, funktionierende Geräte behalten jedoch weiterhin einen hohen Wert.

Gegenüber der Reconyx HF4K ist der Unterschied im Bilddetail weiterhin sichtbar; die Reconyx bleibt das Referenzmodell. Sie kostet allerdings fast das Doppelte, und ihr PIR-Sensor hat seine Eigenheiten (im oberen Bildbereich löst er praktisch nicht aus); im Gelände ist sie daher deutlich schwieriger zu handhaben. Wenn Sie nicht die absolute Spitze ohne Rücksicht auf den Preis brauchen, bietet die HP5 Ultra aus unserer Sicht das beste Verhältnis zwischen Videoqualität und Preis am Markt.

Zusammenfassung

Die Browning HP5 Ultra hatte einen misslungenen Start, aber nach der dritten Firmware ist sie die Wildkamera, die wir von der Spec-Ops-Reihe erwartet haben: echtes 1440p-Video mit 60 fps und hoher Bitrate, natürliche Farben, ein zuverlässiger Sensor und eine unsichtbare Beleuchtung, die in der Praxis funktioniert. Die Konkurrenz in dieser Klasse bietet zudem kein Nachtvideo ohne Qualitätsverlust.

Wir empfehlen sie allen, die von einer Wildkamera in erster Linie hochwertiges Video erwarten und nicht den Preis einer Reconyx zahlen möchten. Nicht geeignet ist sie für Sie, wenn Sie lange Nachtsequenzen brauchen, denn am 20-Sekunden-Limit der Nachtclips kommen Sie nicht vorbei; wenn es Ihnen nur um Fotos für die Wilddokumentation geht, genügt ebenfalls ein günstigeres Modell.

Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra

290 € (Richtpreis)

Die HP5 Ultra ist im Outdoor-Fachhandel und bei Brownings Handelspartnern erhältlich.

Beispielfotos und -videos

Das Beispielvideo finden Sie oben im Abschnitt Videoqualität. Weitere Aufnahmen von unseren Standorten:

Ein Bär, aufgenommen mit der Wildkamera Browning HP5 Ultra
Ein Fuchs, aufgenommen mit der Wildkamera Browning HP5 Ultra

Archiv: unsere ursprünglichen ersten Eindrücke vor den Firmware-Aktualisierungen

Ursprünglich veröffentlicht: 26. Januar 2026. Anmerkung der Redaktion: Der folgende Abschnitt ist der gekürzte ursprüngliche Text des Artikels vor den Firmware-Aktualisierungen. Wir lassen ihn bewusst im Artikel, damit klar bleibt, welches Problem die ersten Geräte der HP5 Ultra hatten und was die Firmware Q03311F verändert hat.

Wie der ursprüngliche Test ablief

Wir haben die HP5 Ultra unter realen Geländebedingungen eingesetzt, an Orten, an denen wir langfristig auch andere Wildkameras betreiben. Wir haben zwei verschiedene Geräte verwendet, um einen möglichen Fabrikationsfehler auszuschließen. Beide verhielten sich völlig gleich; es war also nicht das Problem eines einzelnen missratenen Geräts.

Erste Eindrücke vom Tagvideo

Schon bei den ersten Tagaufnahmen war klar, dass das Bild ganz anders wirkte, als wir es von Browning gewohnt waren. Deutliche Rauschunterdrückung und starkes Nachschärfen dominierten praktisch jede Aufnahme. Das größte Problem war der Verlust feiner Details: Das Fell der Tiere verschmolz mitsamt seiner Zeichnung und Textur zu einheitlichen Flächen.

Das Bild sieht auf den ersten Blick nicht gut aus. Standbild aus einem Video der Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra

Bildverhalten in der Dämmerung

Aufnahmen in der Dämmerung offenbarten die größten Schwächen: Das Bild zerfiel bei schlechten Lichtverhältnissen förmlich. Die Rauschunterdrückung war so aggressiv, dass feine Details völlig verschwanden und das ganze Bild unnatürlich wirkte.

Im Bild zeigt sich eine ziemlich aggressive Rauschunterdrückung durch den Verlust feiner Details und das "Verschmelzen der Flächen". Standbild aus einem Video der Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 UltraWegen der starken Rauschunterdrückung verschmolz das Fell des Wildes zu einer einfarbigen Fläche ohne Details. Standbild aus einem Video der Wildkamera Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra

Direkter Vergleich mit anderen Wildkameras

Im Vergleich zu älteren Browning-Modellen war das ein deutlicher Rückschritt bei der Videoqualität. Noch deutlicher zeigte sich das im Vergleich zur Reconyx, die wir am selben Ort und zur selben Zeit im Einsatz hatten.

Die Probleme der neuen HP5 ULTRA zeigen sich vor allem im Vergleich zu bildstärkeren Modellen. Links: Standbild aus einem Video der Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra, rechts: Standbild der Reconyx Hyperfire HF4KDie Probleme der neuen HP5 ULTRA zeigen sich vor allem im Vergleich zu bildstärkeren Modellen. Links: Standbild aus einem Video der Browning Spec Ops Elite HP5 Ultra, rechts: Standbild der Reconyx Hyperfire HF4K

Über Autoren

Jakub Mrocek

Jakub Mrocek

Jakub hat sich in den vergangenen 15 Jahren neben dem Verhalten von Tieren auch intensiv mit Foto- und Videotechnik beschäftigt und die Qualität seiner Aufnahmen stetig weiterentwickelt. Sein Hobby wurde nach und nach zum Beruf, dem er sich heute voll widmet.

Filip Mrocek

Filip Mrocek

Filip Mrocek ist ein leidenschaftlicher Wildtierfotograf, der seit Jahren versucht, die Schönheit der Welt dort einzufangen, wo Menschen sie am häufigsten übersehen: in der Stille der Wälder, in tiefen Tälern und an Orten, an denen eher Instinkt herrscht als der Mensch. Bei GearCheckers bringt er eigene Praxiserfahrung, ehrliche Beobachtungen und den Blick eines Fotografen ein, der weiß, dass eine gute Aufnahme nur aus dem Zusammenspiel von Technik, Verständnis für das Verhalten der Tiere und der Fähigkeit entsteht, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.